Donnerstag, 4. Dezember 2014

"Ich bin Deutscher" - jetzt auch richtig - Einbürgerungsfeier in Bad Bramstedt


© Jann Roolfs
04.12.2014 21:30 Uhr


Gestern bekannten sich 16 Segeberger mit auswärtigen Wurzeln im Schloss in Bad Bramstedt zum Grundgesetz. 238 Menschen sind damit in diesem Jahr im Kreis Segeberg als Neu-Deutsche eingebürgert worden.


Danubia Costa Caldara (links) wurde gerade eingebürgert. Mit ihr freut sich Freundin Damares Zimmermann im Schloss in Bad Bramstedt.

Kreis Segeberg. „Ich erkläre feierlich, dass ich das Grundgesetz und die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland achten und alles unterlassen werde, was ihr schaden könnte.“ Wer die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben will, muss diese Erklärung abgeben. Und ein Papier mit sieben Punkten unterschreiben, die komplexe verfassungsjuristische Sachverhalte umfassen wie die Unabhängigkeit der Rechtsprechung.

Das taten gestern Menschen aus Kasachstan, Rumänien, Indien, dem Iran, Polen, Brasilien, von den Philippinen, aus den Niederlanden, aus Mexiko, Peru und der Türkei. Vorher hatten sie bei der Einwanderungsbehörde des Kreises die nötigen Papiere und Nachweise vorgelegt. Im Saal des Bramstedter Schlosses verlas dann jeder von ihnen die feierliche Erklärung, danach gab es einen Handschlag und die Einbürgerungsurkunde von Landrat Jan Peter Schröder. Als Geschenk bekamen die Neu-Deutschen jeweils einen Bleistift, ein Grundgesetz und Schokolade obendrauf.

Damit haben in diesem Jahr im Kreis Segeberg bisher 238 Menschen die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. Die meisten tun es im kleinen Rahmen, einige begingen diesen wichtigen Moment bei der jährlichen Feier des Kreises. Landrat Schröder erklärte, der Kreis setze damit „ein ganz intensives Zeichen, dass wir Sie willkommen heißen“. Mehrere Bürgermeister, Amtsvertreter und Lokalpolitiker waren als Gäste gekommen, außerdem saßen Freunde und Verwandte der Neu-Deutschen im Saal.

„Auch ohne Papiere: Ich bin Deutscher“, stellte Ion Drumariu klar. Der gebürtige Rumäne lebt seit 25 Jahren in Deutschland, das ist „mehr als die Hälfte meines Lebens“. Er wohnt in Stuvenborn, hat Frau, drei Kinder und ein Enkelkind, arbeitet als Kommissionierer in Norderstedt und hat viele gute deutsche Freunde, sagt er: „Ich identifiziere mich mit Deutschland.“ Das Einzige, was ihm bis gestern fehlte, war das Wahlrecht. Und: Jetzt kann er bei Fußballübertragungen im deutschen Trikot vor dem Fernseher sitzen - wie seine Freunde, sagte er grinsend.

Der Kreis Segeberg hieß die neuen Staatsbürger mit Musik vom Flügel willkommen, mit dem gemeinsamen Absingen der Nationalhymne und mit Kaffee und Butterkuchen. Dazu nahmen Helmut Rose und Sandra Fait-Böhme – sie bilden die Einbürgerungsbehörde des Kreises – den Neubürgern die Unterschriften unter das Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung ab, stempelten ausländische Pässe ungültig und erklärten, wo es deutsche Personalausweise gibt.

Danubia Costa Caldara, Brasilianerin aus Norderstedt, muss jetzt nicht mehr jährlich ihr Visum mit ärgerlichem und teurem bürokratischen Aufwand verlängern. Die Groß- und Außenhandelskauffrau hat nun schriftlich mit Siegel, was sie schon lange empfindet: „Ich fühle mich als Deutsche.“

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