Sonntag, 19. Januar 2014

Anderer Name für Bischof-Halfmann-Saal ?


Von Detlef Dreessen |
17.01.2014 05:50 Uhr

Ausgerechnet in diesem Jahr, in dem die Gemeinde Rickling unbeschwert ihr 850-jähriges Bestehen feiern will, fällt erneut ein Schlaglicht auf die düstere Seite der Geschichte. Der Bischof-Halfmann-Saal, beliebter Veranstaltungsort auf dem Gelände des Landesvereins für Innere Mission, ist offenbar nach einem Wegbereiter der Nationalsozialisten benannt worden.
Der Bischof-Halfmann-Saal in Rickling wurde nach dem evangelischen Theologen und früheren Bischof für Holstein, Wilhelm Halfmann, benannt.
Der Bischof-Halfmann-Saal in Rickling wurde nach dem evangelischen Theologen und früheren Bischof für Holstein, Wilhelm Halfmann, benannt.

Rickling. Der Historiker und Gedenkstättenbeauftragte der Nordkirche Stephan Linck hat für ein neues Buch über führende Kirchenvertreter in der Nachkriegszeit recherchiert. Wilhelm Halfmann habe schon 1936 mit seiner Schrift „Die Kirche und der Jude" die Gesetzgebung gegen jüdische Mitbürger geistig unterstützt, so Linck. Zudem war der Theologe 1933 bis 1936 förderndes Mitglied der SS.

1946 zum Bischof von Holstein gewählt, duldete Halfmann, dass zahlreiche Nazis in der Kirche beschäftigt wurden. Zudem schrieb er Gnadengesuche für Nazi-Verbrecher wie den SS-Arzt Karl Genzken, der wegen Menschenversuchen im KZ zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, und Carl Oberg, der als Polizeiführer von Paris die Verhaftung von 70000 französischen Juden verantwortete.

Nachdenklich zeigte sich gestern Rüdiger Gilde, Direktor des Landesvereins für Innere Mission, dem der Halfmann-Saal gehört. Grundsätzlich sei das Problem schon länger bekannt. „Ich habe aber erst in dem Buch von Herrn Linck vieles erfahren, was ich vorher noch nicht wusste."...

http://www.kn-online.de/Lokales/Segeberg/Anderer-Name-fuer-Halfmann-Saal

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